Musik der Synagoge

HINTERGRUND / ANLIEGEN  

Als Wolfgang Riedelbauch im Jahr 1980 ein Chor-Konzert mit Schubert-Liedern für die  Meistersingerhalle Nürnberg vorbereitete, stieß er auf Schuberts Psalm 92 in hebräischer Sprache. Um sich über die korrekte Aussprache  zu vergewissern, setzte er sich mit dem Kantor der jüdischen Gemeinde in Nürnberg, Herrn Baruch Grabowski, in Verbindung.  

1981 suchten die Nürnberger Symphoniker einen Chor für die Aufnahme der Schallplatte „Musik der Synagoge“ unter der Gesamtleitung von Heinz Freudenthal. Die musikalische Leitung der „vierstimmigen Chöre für den israelitischen Sabbath-Gottesdienst“ wurde Wolfgang Riedelbauch übertragen, der die Schallplatte mit seinem damaligen Chor (Hans-Sachs-Chor) aufnahm. 

Zur gleichen Zeit begann die Stadt Nürnberg, ehemalige jüdische Bürger einzuladen. Wolfgang Riedelbauch schlug vor, die Gäste an einem Abend im Chor zu bewirten und gemeinsam deutsche Volkslieder zu singen. So entstand der erste Kontakt mit einer der jüdischen Reisegruppen, die sehr gerne Musik von der gerade in Produktion befindlichen Schallplatte hören wollte.  

Der Chor gestaltete ein kleines Konzert für diese Besuchergruppe. Daraufhin wurde Wolfgang Riedelbauch mit seinem Chor für eine 14-tägige Konzertreise nach Israel eingeladen (August 1982).  

Seit diesem Zeitpunkt wurde Wolfgang Riedelbauch regelmäßig gebeten, die musikalische Gestaltung für offizielle Veranstaltungen zu übernehmen z.B. der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“, der „Woche der Brüderlichkeit“, Empfänge der Israelitischen Kultusgemeinde, Empfang des israelitischen Botschafters, die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille im Opernhaus Nürnberg (Fernsehübertragung am 04.03.1990), Gedenkstunden zur Erinnerung an die Pogromnacht, Ausstellungseröffnungen  sowie der Festgottesdienste anlässlich der Wiedereröffnung einiger Synagogen in Franken. 

Ein Höhepunkt war die Einladung, als einzig christlicher Chor an einem Synagogenkonzert zum Abschluss des Lewandowski-Gedenkjahres der „Internationalen Tage der Synagogenmusik“ in Hannover mitzuwirken. (03.12.1994)  

Im Laufe der Jahre erarbeitete sich der Chor ein umfangreiches Repertoire hebräischer Chormusik. Die wunderschönen Musikstücke wurden immer häufig Bestandteil der geistlichen Chorkonzerte unter der Leitung Riedelbauchs. Konzerbesucher im In- und Ausland sind von dieser außergewöhnlichen Musik sehr begeistert.  

Als im Jahre 1994 die „18 liturgischen Psalmen“  von Louis Lewandowski (1821-1894) bei Breitkopf & Härtel veröffentlicht wurden, erwarb der Chor diese neue Literatur sofort und nahm einzelne der deutschsprachigen Psalmen in das Repertoire auf. Im Fränkischen Sommer 2003 entstand In Zusammenarbeit mit dem fränkischen Dichter Godehard Schramm der Live-Mitschnitt der CD „Über die 150 Hügel der Psalmen“ in der Synagoge Ansbach.  

Für den Fränkischen Sommer 2007 ist geplant, die gesamte Ausgabe der deutschen  Psalmen Lewandowkis in verschiedenen Synagoge Frankens mit dem Kammerchor FRANCONIA VOCALIS und der Solistin Corinna Schreiter (Sopran) aufzuführen. 

ImageChronologische Übersicht
aller Konzerte mit hebräischer Musik unter der Leitung von Wolfgang Riedelbauch (PDF)

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